MMS und die laienhaften Fehler bei Jim Humble

MMS wird als das neue Wundermittel angepriesen, als Myrical oder Master Mineral Supplement bzw. Solution oder was auch immer. Jim Humble will es „durch Zufall“ gefunden haben. Es ist Natriumchlorit NaClO2, dessen ClO2-Anteil (ein Gas) durch Zugabe einer Säure freigesetzt wird. Und hier ist schon der erste Fehler: MMS ist kein Mineral und enthält auch keines. Jim Humble hat offenbar Mineral mit Alkalimetall verwechselt. Natrium ist ein Alkalimetall.

Na ja, und so neu ist das aber auch nicht mit diesem vielgepriesenen Natriumchlorit:
Unter Patentnummer
WO1999017787 (USE OF A CHEMICALLY-STABILIZED CHLORITE SOLUTION FOR INHIBITING AN ANTIGEN-SPECIFIC IMMUNE RESPONSE)
hat die
OXO CHEMIE AG [CH/CH]; 4, rue Georges-Jordil, CH-1701 Fribourg (CH)
die stabilisierte Chloritlösung schon 1998 (!) patentieren lassen:
Methods of using a stabilized chlorite solution to inhibit antigen-specific immune responses are disclosed. The stabilized chlorite solution, when administered to a mammal in need thereof, can prevent the presentation of antigens by antigen presenting cells. The stabilized chlorite solution therefore is useful in treating, (inter alia), auto-immune diseases, treating diseases caused by an inappropriate immune response, treating lymphoproliferative disease and in inhibiting rejection in transplant patients.
Das Verdienst von Jim Humble besteht also darin, daß er den Grundgedanken eines Patents ohne erteilte Lizenzierung verwendet hat. Und bei Amazon gibt es TetroBreath Mundspülung mit Oxyd-8 (stabilisiertes ClO2) Sodium Bicarbonate.
Hier ein brauchbarer Artikel zu MMS: http://www.gesundheitlicheaufklaerung.de/mms-eine-ganzheitliche-therapie
Besonders mit den neu erscheinenden Sternen DMSO und MMS am alternativen Firmament wird viel Geschäft gemacht. Doch gerade MMS könnte jeder Interessierte und Patient selber herstellen. Da braucht man keine neuen Therapeuten, die die Rettung der Menschheit proklamieren! Und im übrigen gilt DMSO schon seit langem als krebserregend(!).
Damit es einmal für alle Male klar ist:
MMS ist nichts besonderes. Es benutzt denselben trivialen Wirkmechanismus wie Rizol, Sauerstoff, Wasserstoffperoxyd und schlichtweg Bewegung, nämlich die Oxidation. Denn das entstehende ClO2 wird schon lange für die Breitband-Desinfektion verwendet und tötet breitbandig (wahrscheinlich) all die Viren, Bakterien, Sporen, Schimmelpilze und Prionen etc. ab. Nur haben wir hier den Eintrag von Chlor in den Körper (MMS), dort den von Pflanzenölen (Rizol) und bei den letzten drei: Garnichts, außer Sauerstoff. ClO2 wird deswegen zur Breitband-Desinfektion eingesetzt, weil es eben breitbandig alle Schadstoffe beseitigen soll. Es unterscheidet NICHT zwischen GUT und BÖSE; vielmehr oxidiert es alles was lebt. Und wieso es, wie oft in der MMS-Literatur zu finden, auch noch Viren beseitigen soll, ist unbekannt. Viren sind keine Lebensform. Wir haben auch überhaupt Zweifel, daß ClO2 in der von Jim Humble propagierten Weise Bakterien und Viren beseitigt, denn wir kennen Anwender, die während der MMS-Einnahme Schnupfen, Husten oder andere Erkältungskrankheiten bekommen haben bzw. trotz MMS-Anwendung nicht davon befreit wurden. Wie kann das aber sein, wenn MMS alle Bakterien und Viren beseitigen soll?
MMS wirkt nur in saurer Umgebung und kann somit prinzipiell nur bei „sauren“ Geweben/Tumorzellen wirken (pH <7). Dann wird aber fragwürdig, warum MMS „vorgesäuert“ werden muß (mit Zitronen- oder Salzsäure). Es sollte jedoch idealerweise als Natriumchlorit (NaClO2, der Ausgangsstoff, bestehend aus dem Natrion-Ion und dem ClO2-Ion) DIREKT an die sauren Areale gebracht und dann gesäuert werden. Man könnte annehmen, es genügt, wenn Natriumchlorit zum Kontakt mit MagenSÄURE kommt. Ein Vorsäuern erscheint erstmal nicht nötig. Das Vorsäuern bewerkstelligt nur eines: Ionisation – und dadurch entsteht Sauerstoff in Form von ClO2. Und es ist erst mal sinnlos, dieses schon außerhalb des Körpers entstehen zu lassen, um ihn DANN erst in den Körper zu bringen, wo es zu seinem Wirkungsort gelangen soll. Klingt plausibel, ist jedoch dennoch nicht ganz richtig: Natriumchlorit, das nicht vorgesäuert wird, trinkt der Patient in Wasser gelöst in beträchtlich verdünnter Form. Doch läßt dieses Vorgehen aus, daß nicht vorgesäuert dazu führt, daß das ätzende Natriumchlorit in den Mundraum, Hals und die Magenschleimhaut kommt. Und erst dort kommt es allmählich mit Magensäure in Kontakt und neutralisiert sich in der Folge aus. Bis dahin wirkt es zumindest leicht ätzend. Erkenntnis daraus: Das Natriumchlorit sollte – entgegen den obigen Feststellungen – außerhalb des Körpers vorgesäuert werden. Diese Vorgehensweise ist somit NICHT optimal sondern nur ein Provisorium, um ernsthafte Schäden im Zusammenhang mit Natriumchlorit zu vermeiden.
Im Netz existieren Verlautbarungen von Jim Humble wie „Im Körper gibt es so gut wie nichts, das Chlordioxid oxidieren kann – ganz sicher nicht gutartige Bakterien, die erst ab 1,45 Volt zerstört werden. „ (aus: Warum MMS nicht den menschlichen Körper angreift, von Jim Humble)
Leider ist das falsch. Schon das Redox-Potential wasserhaltiger Zellen, wie sie im Körper des Menschen vorkommen, liegt, wenn die Umgebung pH=7 (genauer 7,4) hat, bei +0,15 bis +0,3 Volt und die von lebensnotwendigen Bakterien (z.B. die im Darm) ebenfalls in diesem Bereich. Das sind die oben von Humble „gutartige Baktereien“ genannten. Jim Humble gibt für ClO2 ein Redox-Potential von 0,95 V an. Das heißt, lebensnotwendige Zellen und Bakterien (+0,15 bis +0,3 Volt) werden von ClO2 mit-oxidiert. Das gilt auch und im besonderen für die lebenswichtigen Proteine und Aminosäuren mit Redox-Potentialen von etwa 0,19 bis 0,24 V und Glutathion mit etwa 0,23-0,24 V. Chlordioxid im Trinkwasser ist für signifikante Membranschäden (Membran-Morphologie) bei roten Blutkörperchen bekannt. Das mit „gutartige Bakterien … ab 1,45 Volt“ ist im Bereich der wohlwollenden Phantasie eines Jim Humble für sein Produkt angesiedelt.
Das heißt, daß MMS1 (das MMS mit aktiviertem ClO2; Aktivierung durch Zugabe von Säure wie Salz-, Zitronen-, Wein- oder Milchsäure) sehr wohl Körperzellen, Proteine, Aminosäuren und die in der MMS-Literatur als „Gute“ bezeichneten Bakterien ZERSTÖREN kann. Biochemiker bestätigen, daß das Chlorit (wegen deren +0,15 bis +0,3 Volt) sehr wohl die Körperzellen und die „gutartig“ genannten Bakterien genauso oxidieren wird wie die, welche man „schlechte“ nennt. Ein Parameter hierbei ist, daß der pH-Wert für die Reaktionsumgebung etwa bei 7,4 liegt (d.i. im menschlichen Körper), denn das Oxi-Potential des ClO2 in ANGESÄUERTER Lösung schwankt mit dem (lokalen) pH-Wert. Der pH-Wert ist genauso wie vorliegende Temperatur, Sauerstoffpartialdruck, Aggregatzustand flüssig/fest/gasförmig, Schwermetallanwesenheit etc. ein Parameter bei der Reaktion.
Bei aktiviertem ClO2 endet jedoch dessen Einfluß nicht bei „guten“ Bakterien und Körperzellen, sondern reicht bis in das Blut des Menschen(!): So hat arterielles Blut ein Redox-Potential von 0,2 V (gegen NHE) und venöses Blut eines von 0,15 V (ebenfalls gegen NHE). Das heißt im Klartext:
Aktiviertes ClO2 oxidiert alles Blut, Körperzellen, Proteine, Aminosäuren, Nützlinge und als „Gute“ bezeichnete Bakterien genau so wie Parasiten, Viren, „schlechte“ Bakterien, Protozoen etc.
Nochmal: Humble behauptet, sein ClO2 würde selektiv die „Schlechten“ töten und die „Guten“ nicht. Das ist nicht richtig, denn ClO2 ist ein Breitband-Oxidativum und wird genau deswegen zur breitbandigen (also alle Pathogene=Schädlinge erreichenden) Oxidation eingesetzt. Anwendungen sind: Trinkwasserbereitung, Entkeimung, Desinfektion. Zur Trinkwasserbereitung werden extrem geringe Mengen eingesetzt.
Humble behauptet, daß ClO2 einen Redox-(ORP-)Wert von 0,95 Volt habe und DESHALB NUR die als „schädlich“ bezeichneten Organismen, Bakterie etc. oxidieren könnte, da DIESE Redox-Werte von <0,95 Volt haben würden, was sie im Kontakt mit ClO2 oxidieren läßt. Abgesehen davon, daß auch das falsch ist und erhebliche Anzahlen dieser unerwünschten Spezies sogar darüber liegen (über 0,95 Volt), ist der Wert von 0,95 V völliger Unsinn. Diesen Wert trifft man in den in jedem geeigneten Chemiebuch vorhandenen Tabellen nur bei einer Umgebung von ph=0 an (das ist die Lösung in reinem Wasser, mit pH=0; Bezeichnung gemeinhin als aquatische Lösung, z.B. ClO2(aq)). Die Redox-Spannung wird hierbei zur Messung gegen eine zweite, von Wasserstoff umspülte (Platin-)Elektrode (NHE) gemessen. Diese Situation der aquatischen Lösung

  1. trifft man jedoch nicht im menschlichen Körper an (dort läge sie bei pH=7,4 und wäre dadurch ohnehin keine „aquatische“ Lösung). Der Sonderfall ist jedoch der, daß bei der aqu. Lösung das Redox-Potential vom pH-Wert unabhängig ist (s.u.),
  2. gilt dieser Redox von 0,95 nur bei Chlordioxidgas, das in Wasser eingeleitet (eingeblasen) wird*65
  3. und hat nur ein (1) beteiligtes Elektron, nicht vier oder fünf, wie es in der MMS-Literatur beständig als Argument für die „starke Wirkung“ des MMS angegeben wird.

Bei Anwendung ClO2(aq) + e= ClO2
Bei Chlordioxidgas mit E0 = 0,954 Volt:
E7,4 = E0 – 0,454723 . h[h = 0] <Herleitung siehe unten im Kapitel MMS-Chemie>
E7,4 = E0 = 0,954 Volt
Und eben DAS ist nicht, was Humble macht: Wird das Natriumchlorit vom Anwender mit einer Säure angesäuert (H+ z.B. aus H+Cl- = HCl), so nimmt es durch die Reaktion einen Wert von 1,12 V an. Das ist schon dumm, wenn sich ein Laie wie Humble ohne jeglichen Sachverstand an der Spannungsreihe versucht.
Woher hat Humble das Redox-Potential des ClO2 (=0,95V)?
Abgesehen davon, daß Humble den falschen Wert von 0,95 Volt aus der obigen Messung gegen Wasserstoff-Normalelektrode genommen haben könnte, kann er den Wert auch noch anderswo aufgeschnappt haben:
Und so kamen wir drauf:
Erst googelten wir nach „hcl na 0.95“, dann noch nach “ hcl naClO2 0.32″ (0.95 ist Humbles Wert; 0.32 der stöchiometrische Wert für das chemisch korrekte (Gewichts-)Mischungsverhältnis von HCl und Na).
Was raus kam, war erstaunlich: Bei beiden Suchen stand als Treffer an der 5. Stelle ein pdf-Dokument der Firma Grundfos (Wasserreinigungen). Als wir das durchsahen fanden wir:

EXAMPLE OF CHLORINE DIOXIDE
CONSUMPTION CALCULATION:
Consumption of chlorine dioxide
Dosage of ClO2 = 0.25 mg/l
Flow of water to be treated = 5,400 m3/h
Consumption of ClO2 = 0.25 x 5,400 = 1,350 g/h = 1.35 kg/h
Consumption of reagents
To produce 1kg of ClO2 (with a generation yield of 95%) using concentrated solutions of:
• 25% Na (306 g/l d (15°C) = 1.22 kg/l) and
• 32% HCl (371 g/l d (15°C) = 1.16 kg/l)
The consumption of reagents is:
HCl = 6 l, Na = 6 l
With a weight ratio, R = HCl/Na = 0.95 (theoretical R = 0.32), equal to a 300% excess of HCl compared to that required stoichiometrically.

Hier bitte auf den letzten Satz schauen. Dort wird die ratio HCl : Na mit 0,95 angegeben. AbN.: Grundfos hat diese Angaben schon früher, vor den Zeiten des Internet, in seinen (Papier-) Dokumenten gemacht (das war die Zeit als Jim Humble sein MMS zu „erklären“ begann).
Schlußfolgerung: Humble hatte recht und sein 0,95 ist richtig.
Dumm nur, daß „weight ratio“ das Mischungsverhältnis der Komponenten in Gewichtseinheiten angibt.
Es werden also 0,95 kg HCl und 1 kg Na bei der Firma Grundfos für ihre Zwecke gemischt.
Hat Humble nun gesehen*66ratio … HCl … NaClO2 … 0.95″ und lautstark verkündet Redox-Ratio HCl NaClO2 = 0.95 ?
*65*66 Aber so dumm kann einer allein garnicht sein und so forschten wir noch weiter nach der Herkunft des obskuren Wertes von 0,95 V. Und endlich wurden wir nochmals fündig:
Es war ganz anders als wir dachten. Wir dachten verständlicherweise immer an das Redoxpotential von ClO2 gegen einen Reaktionspartner (z.B. eine Säure) oder gegen die Normal-Wasserstoffelektrode (NHE). Da liegt das Redaktionpotential gegen H+ oder Cl- oder was auch immer. Was wir nicht überlegt hatten, das war, die hypothetische bloße Lösung von ClO2 -Gas in reinem Wasser anzunehmen. Diese Konstellation liegt jedoch keinesfalls vor, wenn eine Säure ins Spiel kommt, wie bei der Ansäuerung und/oder im Magen. Und diese „aquatische Lösung“ genannte Konstellation hat – pH-Wert-unabhängig – ein Redoxpotential von 0,954 V. Wie schon gesagt, wird in aquatischer Lösung kein Wasserstoff ausgetauscht, und das Redoxpotential bei pH=7,4 ist ebenfalls 0,954 V (es ist dann überhaupt pH-Wert-unabhängig).
DAS kann Jim Humble möglicherweise ebenfalls als Redoxpotential für ClO2 angenommen haben, oder er sah sich durch die zwei Treffer weiter oben bestätigt. Aber bei Anwesenheit von einem sauren Reaktionspartner ist der richtige Wert mit 1,12 V BETRÄCHTLICH höher und das widerspricht sofort der vielstrapazierten Aussage von Humble, ClO2 sei ein SCHWACHER Oxidator (siehe unten im Kapitel MMS-Chemie). Daß es kein schwacher Oxidator ist, zeigt sich, wenn man das Redoxpotential von reinem Sauerstoff (einem nach Aussage von Humble STARKEN Oxidator) auf dieselbe Weise ermittelt: Dessen Redoxpotential ist dann bei pH7,4 (neutral) 0,775 V (siehe unten im Kapitel MMS-Chemie). Das kann man sich auf der Zunge zergehen lassen. Sauerstoff ist somit ein beträchtlich schwächerer Oxidator als ClO2 – nicht ClO2 ist schwächer als Sauerstoff wie Jim Humble behauptet! Noch ein Humble-Fehler.
So, jetzt ist, so glauben wir, der Mythos MMS entlarvt. Eine der Säulen, auf denen die MMS-Lehre steht, ist die postulierte selektive Oxidation und die zweite die angeblich genügend geringe Redox-Spannung von 0,95 V: Die „Schlechten“ Bakterien mit Redox bis 0,95 V würden oxidiert, die Guten haben Redox über 0,95 V (oder wie oben bei Humble gar 1,45V) und blieben unangetastet – MMS vernichte nur das Böse. Klingt nach Kirche und so hat er denn auch gleich eine Kirche gegründet. Und natürlich auch deswegen, weil er dann nach fast weltweit geltendem Recht für religiöse Gemeinschaften sein MMS als religiöses Sakrament und nicht als (verbotenes) Heilmittel geben läßt.
Die zweite Säule mit dem Wert der Redox-Spannung von 0,95 V scheitert aber nicht nur an dem Wert bei der Reaktion mit „aktivierender“ Salzsäure, HCl, welcher real 1,12 V und damit höher als von Humble angegeben ist, sondern auch daran, daß im menschlichen Magen ein pH-Wert von knapp über 1 herrscht (durch die dortige Anwesenheit von Salzsäure) und ferner im Körper ein pH-Wert von 7,4. Allein schon die Magensäure würde das ClO2 freisetzen und den hohen Wert von 1,12 V ergeben.
Also: Dieser Wert ist im menschlichen Körper, der pH = 7,4 = neutral aufweist, sehr ungünstig und wird von Jim Humble mit 0,95 V zu niedrig angegeben. Damit brechen die zwei genannten Hauptsäulen des Humble-Konstruktes ein – und der Mythos MMS ist widerlegt. Die zwei Säulen sind weg und wir werden sehen, wann das Lügengebäude zusammenbricht (der menschliche Körper mit seinem pH=7,4 macht die vorhergegangene Entstehung der hohen Redoxspannung von 1,12 V nicht mehr rückgängig – ganz im Gegenteil, die Magensäure gewährleistet, daß Natriumchlorit verläßlich angesäuert wird und die 1,12 V definitiv immer erreicht).
Was ist aber, wenn ClO2-Gas gleich in den Körper gelangt, also in eine Umgebung von pH=7,4? Dann wird es noch ungünstiger. Und das kommt daher, daß die Redoxspannung von ClO2-Gas bei pH7,4-Umgebung sogar bei 1,15 V liegt.
Warum aber lügt Humble – oder lügt er garnicht, sondern hat nur einen Fehler gemacht?
Wahrscheinlich weiß er garnicht, was er getan hat: Er hat mit der obigen falschen Ratio von 0,95 V nach seinem Glauben die Ratio von ClO2 gegen HCl (Salzsäure) genommen – so, wie es seinem ungeübten Auge erscheinen muß (Grundfos HCl/Na = 0.95). Doch die Salzsäure dient nur der Aktivierung bzw. sie ist im Magen und es ist garnicht am Ort der gewünschten Oxidation im Körper, dem Krankheitsherd, ClO2 vorhanden. Er muß vom Prinzip her, um das Redox-Potential festzustellen, das ClO2 gegen jedes zu oxidierende Objekt messen. Um vergleichbare Werte zu erhalten, wird aber besser das ClO2 gegen die Normal-Wasserstoffelektrode NHE oder das Natrium gemessen:
Gegen die Normal-Wasserstoffelektrode NHE ergeben sich die erwähnten 1,57 Volt, gegen Natrium 4,28 Volt.
Er hat offensichtlich die Halbzelle (die Halbspannung, half cell reaction, siehe auch Spannungsreihe) von ClO2 gegen die Normzelle genommen. Das kann der blutige Laie auf verschiedene Weise falsch machen:
Beispiel 1,5-Volt-Zink-Kohle-Batterie: Zink -0,76 Volt; Kohle +0,78 Volt = 1,5 Volt. Der Hampel behauptet nun sinngemäß, SEIN Wert sei (nur der der Kohle-Halbzelle) 0,78 Volt und nicht der Gesamtwert von 1,5 Volt. Dabei hat er aber nur die Halbzelle (hier: Kohle gegen die Normzelle). Und genau das macht er real mit dem ClO2-Teil, indem er diesem 0,95V zuweist und nicht beschreibt, gegen was die gemessen worden sein sollen. Er hat auch garnichts gemessen, er hat nur abgeschrieben – und das auch noch falsch.
In der MMS-Literatur finden sich auch ClO2-Werte von 1,1 bis 1,14 V. Woher kommen die? Ganz einfach, da rechnen Laien:
Na hat 2,71 Volt, ClO2 hat 1,57 Volt = 1,14 Volt Differenz
oder
Na = Na -2,71 V + Cl 1,36 V + 2O 2·1,23 V = 1,11 V
oder
= Differenz von 2O 2·1,23 V + Cl 1,36 V = 1,1 V.
Alles grundfalsch – aber selbst das ist immer noch zu hoch für seine Behauptung der Schadlosigkeit.
Und in diesem Moment muß ihm jemand gesagt haben, daß im neutralen Milieu das ClO2 nur 0,95 Volt hat. Und so hat er es – mit einem individualisierten Wert – übernommen. Es ist also alles falsch daran. Resultat der obigen Überlegungen ist, daß MMS die Guten und die Schlechten, die aeroben und die anaeroben Zellen sowie alle menschlichen Körperzellen gleichermaßen oxidiert und nicht selektiv wirkt. DAS ist ja eben der Grund, warum man es gegen ALLE organischen Schadstoffe eingesetzt wird. Vielleicht sind die „Guten“ sowie alle menschlichen Körperzellen aber „stabiler“ (wenn man das so sagen kann) und die Übersäuerten durch ihren pH-Wert für das ClO2 leichter angreifbar*68. Das wiederum heißt, daß die nicht-Übersäuerten nicht so leicht zu oxidieren sind wie die Übersäuerten. Und im Darm gibt es aerobe UND anaerobe Bakterienstämme. Diese liegen auf Zentimeterabstand teilweise sogar nebeneinander. Das ist im Zusammenhang mit „Rizol“ genau untersucht.
*68 Das kann jedoch auch nicht sicher stimmen, denn das ClO2 ist ja zuvor schon durch Ansäuerung freigesetzt worden und kann nicht mehr „nachaktiviert“ werden.
Und im übrigen sind noch drei weitere Fehler in dem Humble-Denken. Es ist nämlich so, daß
1. nicht alle anaeroben Bakterien usw. „schlecht“ sind. Sie gehören wie die „Guten“ zum Verdauungssystem
2. nicht jedes gute Bakterium, jede gute Zelle etc. DIESELBE Spannung hat und über Humbles 1,45 Volt läge (oder vielleicht über 0,95 V)
3. es „gute“ Zellen gibt, die niedriger als 0,95 Volt liegen (siehe Buch). Diese würden sogar von der falschen niedrigen Humble-Spannung erreicht (und zerstört). Das erwähnt der Hampel aber nicht. Warum wohl? Also Lüge und Wahrheitunterschlagung, wo man hinschaut. Im Endeffekt ist MMS ein Breitband-Oxidator, aber es will ein Selektiv-Oxidator sein.
Letzteres wird sogar von kompetent erscheinenden Personen behauptet: Unter dem Titel
„Prof. a.D. Dr. Andreas Ludwig Kalcker (phd) erklärt kurz clo2 (MMS1)“
beschreibt eine offenbar glaubwürdige Person die Wirkung von Chlordioxid folgendermaßen:
Dieses Gas (CLO2)  ist ein hoch wirksames Desinfektionsmittel, welches selektiv viele Krankheitserreger im Körper eliminiert, wobei es unterscheidet zwischen gesunden Zellen und Bakterien, da bei diesen das PH-Differential verschieden ist.
„Chlordioxid ist kraftvoll  und selektiert sehr klug: Es reagiert nur mit Mikroorganismen unter einem Wert von PH 7. So bleiben unsere gesunden Zellen erhalten, das Immunsystem wird gestärkt und es eliminiert die meisten  Krankheiten bakteriellen Ursprungs, sowie die meisten Parasiten und Viren verschwinden.“ [Hervorhebungen durch den Verfasser]
Nach den bislang in diesem Buch erwähnten Fakten zu MMS kann jeder Leser sehen, daß diese Behauptungen falsch sind. Und dem Chlordioxid auch noch eine Intelligenz zuzuweisen („selektiert sehr klug“ und „wobei es unterscheidet zwischen“) ist sowas von abstrus, daß das in der Fachwelt einen solchen Aufruhr erzeugen würde, daß er verläßlich seine Professur verlieren würde – wenn er nicht ohnehin schon emeritiert wäre („a.D.“). Warum nennt er sich dann eigentlich nicht „em.“? Ist er garnicht ehrenhaft emeritiert, also in den Ruhestand geschickt, sondern nur beurlaubt worden?
Der Satz
„reagiert nur mit Mikroorganismen unter einem Wert von PH 7“
wirft noch eine weitere Frage auf, denn er ist barer Unsinn (diesen Ablauf gibt es nämlich nicht): In was hat der Herr Doktor denn eigentlich promoviert? Chemie oder Bio-Chemie war das bestimmt nicht, denn die angesprochene Reaktion hat nur nebenbei mit dem pH-Wert zu tun. Primär entscheidend ist das Redox-Potential, denn DIESES bestimmt die Wirkstärke der Reaktion. Der ph-Wert stellt allenfalls das Redox-Potential ein – und bei fehlenden Wasserstoff-Ionen H+ nicht einmal das. Denn dann ist das Redox-Potential vom pH-Wert UNABHÄNGIG. Wie kann der Herr Professor Dr. das nicht wissen? Hat er in Philosophie promoviert? An welcher anerkannten Hochschule hat er überhaupt gelehrt? Warum finden sich in der wissenschaftlichen Literatur keine Bücher von dem Herrn Kalcker?
Der Verfasser vermutet gezielte Falschinformation und empfiehlt infolgedessen, schon mal die Doktorarbeit des Herrn Kalcker wegen Plagiatverdachts zu überprüfen. Und im übrigen schreibt man Ph.D. und nicht phd. Das müßte er wissen, wenn er schon mal eine Uni von innen gesehen hat.
Nachtrag
Eine einfache Suche mit dem Namen des genannten „Professors“ ergab genügend Antworten auf sämtliche Fragen, die man zur Person Kalcker stellen kann.
Weiter mit MMS
Und das mit dem „gleichermaßen oxidiert“ ist der Grund, warum bei manchen das MMS nicht oder nicht recht wirkt, denn die nicht-Übersäuerten „Schlechten“ sind die weniger Angreifbaren. Jim Hampel hat ferner nicht recht mit seinem obskuren Versuch, beweisen zu wollen wie wenig schädlich ClO2 im Magen ist. Der Text ist folgender:
„Wenn Sie einen Beweis dafür möchten, dass das MMS keine nützlichen Bakterien abtötet, dann machen Sie es so, wie ich und viele andere es gemacht haben: Trinken Sie über mehrere Wochen hinweg das MMS auf leeren Magen und in unterschiedlich starker Konzentration. Sollte das MMS die Bakterien im Magen abtöten, dann wird sich dies durch hochgradige Verstopfung bemerkbar machen. Nehmen Sie in diesem Fall Milchsäurebakterien als Gegenmaßnahme ein … Natürlich mache ich nur Spaß – niemandem ist es je gelungen, die gutartigen Bakterien in seinem Magen durch das MMS abzutöten. Das beweist, dass ich Recht habe, ebenso wie die Tatsache, dass Chlordioxid seit Jahrzehnten zum Abtöten von Erregern in Wasseraufbereitungs­anlagen verwendet wird, ohne dass dabei die gutartigen Organismen geschädigt werden. Und letztlich beweist auch die Chemie, wie oben dargelegt, dass ich richtig liege.“
Der Grund für die postulierte niedrige Schädlichkeit liegt darin, daß im Magen ein pH-Wert von nur etwas über 1 vorliegt. Die Aussage „Sollte das MMS die Bakterien im Magen abtöten, dann wird sich dies durch hochgradige Verstopfung bemerkbar machen“ ist sowas von Blödsinn, daß man gleich laut aufschreien möchte: Im Magen sind keinerlei Bakterien mit einer Funktion für den Körper angesiedelt – außer vielleicht Helicobacter. Aber die gehören da nicht hin und schaden nur.
Die Aussage, „niemandem ist es je gelungen, die gutartigen Bakterien in seinem Magen durch das MMS abzutöten“ zeigt Mr. Hampels Sachverstand, nämlich keinen. Begründung wie vor. Noch ein Humble-Fehler.
Die Aussage „ohne dass dabei die gutartigen Organismen geschädigt werden“ suggeriert fälschlich, daß eine Wasseraufbereitungsanlage „gutartige“ Organismen durchwinken würde. Das ist grundfalsch. Im chlorierten Wasser ist KEIN Leben mehr. Adieu Schonung der guten Zellen und Bakterien – alle werden oxidiert. Wieder ein Humble-Fehler.
Zusammenfassend ist festzustellen, daß MMS breitbandig alle guten, schlechten, anaeroben und aeroben Zellen, Viren, Bakterien und was auch immer oxidieren bzw. töten wird, wenn diese ein niedrigeres Redox-Potential als 1,12 Volt haben. Da wird die MMS-Therapie aber nichts anderes als ein Glücksspiel, bei dem vielleicht mal ein Schädling getroffen wird, aber die guten Nützlinge auch dran glauben müssen. So beschreibt man übrigens in der alternativen Szene die Arbeitsweise der konventionellen Chemotherapie beim Krebskranken.
Des Hampels Aussagen gehen nur für den Fall auf, daß der gesamte Körper des Menschen einen pH-Wert von 0 hat, das Natriumchlorit NICHT mit einer Säure in Verbindung gebracht wird und das ClO2 die Redox-Spannung von 0,95 Volt annimmt. Keines der drei ist jedoch möglich.
Nachtrag
Die Anwendung von MMS bei Lebensformen und Viren hat folgendes Problem:
1. Dioxid-Gaben wirken an Lebensformen und Viren erst ab einem mengenmäßigen Schwellwert – ein Dosierungsproblem
2. Dioxid-Gaben haben für den Organismus einen Höchstwert, ab dem sie Unverträglichkeit auslösen, ein Dosierungsproblem
3. Die erforderliche Dosierung ist zunächst unbekannt, ein Dosierungsproblem
4. Jeder Mensch reagiert individuell
5. ClO2– greift alle Lebensformen und Viren mit einem Redox-Potential <1,12 V an.
1 und 2 wirken entgegengesetzt: Für 1 muß ausreichend ClO2 gegeben werden; für 2 darf nicht zu viel gegeben werden. Es muß also eine Dosierung gefunden werden, die zwischen Schwellwert und „Unverträglichkeitswert“ liegt. Bei 3 ist der einfachste Weg, niedrig zu beginnen und dann zu steigern (das hat auch Humble getan), bis Unverträglichkeit erreicht wird. Durch 4 muß klar sein, daß Schwellwert und „Unverträglichkeitswert“ bei jedem Anwender anders sein können. Und derjenige, bei dem der Unverträglichkeitswert nahe dem Schwellwert liegt, hat einfach Pech gehabt.
Zu 5: Da auch Lebensformen zerstört werden, die garnicht zerstört werden sollen, müßte man nach 1 für jede Lebensform den Schwellwert erheben. Das wird nicht gelingen. Und es nutzt auch garnichts, denn die Zellen des Körpers haben ein Redox-Potential von +0,15 bis +0,3 Volt. Schon das liegt beträchtlich UNTERHALB von vielen Bakterien (E.Coli 0,9).
Folgerung: Es wird keine Dosierung geben können, die alle Anforderungen und Erkenntnisse erfüllt.
Man kann bei MMS nur hoffen, die „Guten“ zu schonen und die „Schlechten“ zu treffen. MMS ist NICHT selektiv.
Wir denken, mit den obigen Feststellungen ist ausreichend belegt, daß MMS nicht so gezielt erfolgreich gegen Schädlinge eingesetzt werden kann, wie es behauptet wird. Als fundamentales Restrisiko verbleibt, daß Ziele adressiert werden, die man nicht erreichen wollte. Friedly fire. Die eigenen Truppen werden angegriffen.
Das geht sogar so weit, daß Untersuchungen, die die Wirkungen erhöhter (dosiserhöhter) Chlordioxid-Gaben erforschen, von signifikanten Auswirkungen auf die Zellbiose berichten. Und genau die Dosiserhöhung ist das, was der Chlordioxid-Anwender macht, wenn er das in Minimalmengen zur Trinkwasseraufbereitung eingesetzte Chlordioxid in den erhöhten Humble-Mengen verwendet.
Folgende Erscheinungen treten auf, wenn allein in der Trinkwasseraufbereitung zu hohe Mengen an Chlordioxid eingesetzt wurden:
Veränderungen der hämatologischen Parameter sowie hämatologische Veränderungen
Veränderungen der Erythrozytenmorphologie und osmotische Unstabilität
milde hämolytische Anämie
Verminderung des Glutathion; verringertes Glutathion
Verringerte Zellenzahl in der Magen-Darm-Schleimhaut und unterdrückte DNA-Synthese; Verringerte DNA-Synthese
Verringerte Spermatogenese
Reproduktionstoxizität
Weiter unten haben wir noch mehr aufgeführt von den Problemen bei der Gabe von Chlordioxid.

Die MMS-Chemie und das Redox-Potential

Chlorite und Chlorate definieren sich folgendermaßen:

  • ClO ist Hypochlorit
  • ClO2 ist Chlorit
  • ClO3 ist Chlorat
  • ClO4 ist Perchlorat

Die Nernst’sche Gleichung berechnet das Redoxpotential in Abhängigkeit von, in unserem Fall, den beteiligten Wasserstoffatomen h und den freigesetzten Elektronen e (bei der Reaktion).
E7,4 = E0 – 2,303 RT/F · h/e · pH

  • Konstanten sind:
  • – 2,303 [Faktor]
  • R = 8,314 J/K.mol
  • T[K] = T[C] + 273,15 [T = bekannt]
  • F = 96,485 C/mol
  • Variablen sind:
  • h = H+ [Anzahl]
  • e = e- [Anzahl]

Bei Körpertemperatur und außerhalb des Magens gilt im menschl. Körper:

  •                                        RT . pH           h
  • E7,4 = E0 – 2,303         ———-      .   —                 –>
  •                                            F                  e
  •                                        8,314 J (36,5C+273,15) . pH            h
  • E7,4 = E0 – 2,303         ————————————-      .    —
  •                                           96,485 C/mol . K.mol                    e

Vereinfacht zu:

  •                                          h
  • E7,4 = E0 – 0,454723 .  —
  •                                          e

Für pH=7,0 gilt:

  •                                          h
  • E7,0 = E0 – 0,43014 .    —
  •                                           e

Das heißt für niedrigere pH-Werte (von z.B. 7,0 im übersäuerten Körper oder der ü. Zelle), daß die Redox-Spannung dann HÖHER ist. Der Grund ist rein mathematisch belegbar: Der nun niedrigere pH-Wert steht oben im Zähler und VERGRÖSSERT das vom E0 zu subtrahierende Produkt  —  E7,0 wird größer. Dies ist hoch wünschenswert.
Berechnung bei

  1. Anwendung ClO2(aq) + e- = ClO2– (aquatische Lösung)

Bei Chlordioxid-Gas mit E0 = 0,954 Volt:
E7,4 = E0 – 0,454723 · h [h = 0]
E7,4 = E0 = 0,954 Volt
Hier wird Chlordioxid-Gas in (neutrales) Wasser eingeleitet. Das ist nicht die Humble-Anwendung mit Säure und auch nicht die Aufspaltung des Natriumchlorit in Natrium- und Chlorid-Ionen (h=0, d.h. kein Wasserstoff aus der Säure beteiligt). Die Formel zeigt, daß die Redox-Spannung von Chlordioxid-Gas in aquatischer Lösung vom pH-Wert der Lösung unabhängig ist.

  1. Anwendung ClO2– + 4 H+ + 4 e- = Cl- + 2 H2O :

h = 4 (aus Säure) und e = 4 (freie Elektronen):
Bei Chlordioxid-Ion mit E0 = 1,57 Volt:
E7,4 = E0 – 0,454723
E7,4 = 1,57 Volt – 0,454723 = 1,12 Volt
Das Chlordioxid-Ion hat bei pH = 7,4 eine Redox-Spannung von 1,12 Volt. Das ist der Fall, wenn Natriumchlorit angesäuert wird. Das ist die Humble-Anwendung mit Säure und der Aufspaltung des Natriumchlorit in Natrium- und Chlorid-Ionen (h = 4, d.h. vier Wasserstoff-Atome aus der Säure beteiligt).

  1. Anwendung ClO2 + 4 H+ + 5 e- = Cl- + 2 H2O :

h = 4 (aus Säure) und e = 5 (freie Elektronen):
Bei Chlordioxid-Gas mit E0 = 1,51 Volt:
E7,4 = E0 – 0,454723 · 0,8 = E0 – 0,363778
E7,4 = 1,51 Volt – 0,363778 = 1,15 Volt
Das Chlordioxid-Gas hat bei pH = 7,4 eine Redox-Spannung von 1,15 Volt.Das ist der Fall, wenn Chlordioxid-Gas in eine saure Umgebung gelangt. Das liegt weder bei  der aquatischen Lösung noch bei der Ansäuerung vor.
Es ist zudem falsch, wenn Jimbob behauptet, MMS wäre so wirkungsvoll gegen Schädlinge, weil bei ihm fünf Elektronen die Schädlinge zerstören würden. Diese Anwendung hat er hier garnicht.
____________________________________________________
Zum Vergleich Sauerstoff als Oxidator
Bei Anwendung O2 + 4 H+ + 4 e- = 2 H2O :
h = 4 (aus Säure) und e = 4 (freie Elektronen):
Bei Sauerstoff-Gas mit E0 = 1,229 Volt:
E7,4 = 1,23 Volt – 0,454723 = 0,775 Volt
Das Sauerstoff-Gas hat bei pH = 7,4 eine Redox-Spannung von 0,775 Volt. Das ist der Fall, wenn Sauerstoff-Gas angesäuert wird.
Bei Anwendung O2– + 4 H+ + 3 e- = 2 H2O :
h = 4 (aus Säure) und e = 3 (freie Elektronen):
Bei Sauerstoff-Ion mit E0 = 1,229 Volt:
E7,4 = 1,23 Volt – 0,454723 · 1,3333 = 1,23 Volt – 0,6063 Volt = 0,6237 Volt
Das Sauerstoff-Ion hat bei pH = 7,4 eine Redox-Spannung von 0,6237 Volt. Das ist der Fall, wenn Sauerstoff in ionisierter Form (abgespalten aus einem geeigneten Träger) angesäuert wird.

Mit was aktiviert man Natriumchlorit am effizientesten und sichersten?

Man kann Natriumchlorit mit verschiedenen Säuren aktivieren. Wir sind das mal mit Zitronensäure, Salzsäure und Milchsäure durchgegangen:
Ansäuerung mit Salzsäure HCl
4 HCl + 5 NaClO2 = 4 ClO2 + 5 NaCl + 2 H2O     ODER    4 HCl + NaClO2 →2 Cl2 + NaCl + 2 H2O
Gewichtsverhältnisse [g]:

  • 4 HCl = 0,323g + 5 NaClO2 = 1g bzw.
  • 4 HCl = 1,613g +   NaClO2 = 1g

Resultat [Gewicht]:

  • 4 ClO2 = 0,60g + 5 NaCl = 0,65g + 2 H2O = 0,08g bzw.
  • 2 Cl2    = 1,58g +    NaCl = 0,65g + 2 H2O = 0,40g

Die obige erste Formel ist mit Salzsäure-Mangel, die zweite mit Salzsäure-Überschuß (Verhältnis 1:5). Es entstehen verschiedene Reaktionsprodukte. Das scheint Jim Humble nicht betrachtet zu haben. Ein Fehler von Humble.
Reaktionsprodukt Chlor
Die Gefahr ist, daß

  1. bei Säure-Überschuß (zweite Gleichung) KEIN freier Sauerstoff oder Chlordioxid entsteht und die Anwendung nicht nur mißlingt, sondern hochgiftiges Chlorgas entstehen läßt. Es ist dann Chlorgas und nicht Chlordioxid, was wir riechen! Zur Wasseraufbereitung wird zunehmend Chlordioxid und nicht Chlorgas verwendet. Und so bleibt die Anwendung nicht nur erfolglos; sie wird auch gefährlich, denn Chlor ist potentiell karzinogen.

    Die Färbung ist dann hell- bis mittelgelb und nicht leicht- bis mittelbraun wie sie es mit ClO2 wäre. Der Chlorgeruch ist stark.

Das ist wesentlich: Die ganzen Unverträglichkeiten wie Übelkeit und Durchfall kommen vom Chlor und verschwinden, wenn das Chlor reduziert wird.
Im Körper sind die Abbauprodukte durch Chlorexposition dann erst mal oxidiertes organisches Material, das dann wiederum Chlor enthält sowie zum zweiten Aldehyde und zum dritten die nicht-oxidierten Produkte wie Chinone und Epoxyde. Bei Chlorexposition können ebenfalls gefährliche Halogene entstehen
und daß

  1. sich bei Säure-Mangel mindestens ein Teil des Chlordioxid (erste Gleichung) in einer Sekundärreaktion zu Chlor(-gas) umwandeln wird. Die Färbung nach der Säuerung ist dann leicht- bis mittelbraun und nicht hell- bis mittelgelb wie sie es mit großen Anteilen an Cl2 wäre. Der Chlorgeruch ist SCHWÄCHER. Ein Vorteil für viele Anwender.

Wir glauben, der offensichtlich katastrophale Chemie-Laie Jim Humble weiß garnicht, was er tut: Neben den genannten möglichen zwei Gleichungen ist noch eine Sekundärreaktion zur ersten Gleichung zu nennen, nämlich die, daß entstehendes Chlordioxid sofort wiederum mit der Salzsäure reagieren wird:
2 ClO2 + 8 HCl = 5 Cl2 + 4 H2O

  • Gewichtsverhältnisse [g]:
  • 2 ClO2 = 1g + 8 HCl = 2,16g
  • Resultat [Gewicht]:
  • 5 Cl2 = 2,63g + 4 H2O = 0,53g

Das Ergebnis wird sein, daß zumindest ein Teil des Chlordioxid sich zu Chlor(-gas) umwandeln wird. Das wird umso heftiger sein, je mehr Salzsäure vorhanden ist. Zu dem Ergebnis der ersten Gleichung gesellt sich dann das Resultat der Sekundärreaktion, das Chlor. Also entsteht in BEIDEN Reaktionen Chlor.
Die Sekundärreaktion braucht große Mengen Magensäure HCl auf, so daß diese an Menge verringert wird. Es wird kein saures Aufstoßen geben beim Anwender.
Ergebnis: Säure-Überschuß ist in beiden Gleichungen, der zweiten oben und der Sekundärreaktion zur ersten, GEFÄHRLICH. Das muß ein Humble aber betrachten.
Anmerkung: Das unerwünschte Chlor könnte mit folgender Reaktion durch Calciumhydroxid abgefangen werden:
2 Ca(OH)2 + 2 Cl2 -> Ca(OCl)2 . 2 H2O + CaCl2
Dazu müßte das fertige MMS auf -20 °C gekühlt und mit Calciumhydroxid versetzt werden. Jedoch kann das entstehende Calciumhypochlorit auch mit der Salzsäure (aus der Aktivierung oder der Magensäure) reagieren und wiederum Chlor freisetzen:
CaOCl2 + 2 HCl = CaCl2 + Cl2 + H2O
Ein Schuß in den Ofen! Das heißt, die Azidifizierung des Natriumchlorits mit Salzsäure ist definitiv problematisch hinsichtlich der Chlor-Exposition.
Doch schon eine ChlorIT-Exposition ist nicht ohne Gefahren:
Reaktionsprodukt Chlorit

  • – verringert das Erythrozytenvolumen MCV,
  • – erhöht die Anfälligkeit von Erythrozyten bei der Osmose (z.B. signifikante Membranschäden der roten Blutkörperchen),
  • – hemmt die Aktivität der bei Erythrozyten wichtigen Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase (G6PD-Mangel-Kranke müssen besonders vor Chlordioxid gewarnt werden!),
  • – braucht Erythrozyten-Glutathion auf bei gleichzeitiger Verringerung der für Immunreaktionen wichtigen Wasserstoffsuperoxid-Erzeugung,
  • – produziert eine hämolytische Anämie,
  • – sorgt für die forcierte Absorption von Radioaktivität (bes. Gamma-Strahlung – wichtig bei Gammastrahlen-Exposition durch Neutronenabbremsung; siehe weiter unten im Buch) über den Magen-Darm-Trakt,
  • – reduziert den GSH-Wert im Blut (Glutathion; dessen Redoxwert ist etwa bei 0,2V) – manchmal im Zusammenhang mit abnehmendem Katalasewert (Katalase ist für den menschlichen Körper das Mittel der ersten Wahl beim Abbau von oxidativem Streß, wie er eben bei Chlordioxid-Exposition entsteht) und
  • – erhöht die Methämoglobinwerte signifikant.

Gleiches gilt für Chlordioxid:
Reaktionsprodukt Chlordioxid

  • – hat im Tierversuch die Anzahl der Retikulozyten (unreife Erythrozyten) stark erhöht. Das heißt im Klartext, die Zahl der (ausgereiften) Erythrozyten wird beeinflußt.
  • – kann zu einer pauschalen Gewichtszunahme führen (Patienten haben das selbst berichtet)
  • – kann im Tierversuch zu einer Gewichtszunahme von Milz, Leber und Nieren führen
  • – erhöht die Zahl der T-Zellen

Manche der obigen Effekte sind nicht dosisabhängig (Wasseraufbereitung hat niedrige Dosen, MMS hohe), manche treten nur bei einer bestimmten Dosis auf. Das entlastet MMS. Eine US-Studie sagt, daß Natriumchlorit keine immuntoxischen Effekte bei bis 30mg/L am Menschen hat. Das heißt aber noch nicht „Entwarnung“, da die Chloritgaben durch MMS höher sein können.
Solche Gefahren werden jedoch von Jim Humble und dessen Anhängerschaft nirgends publiziert. Ergebnis: Natriumchlorit ist weit weniger ungefährlich als sich derart Laien schönreden und es entsteht auch – aber nur bei falscher Aktivierung – die viel gepriesene „geringe Menge Kochsalz“ mit der die MMS-Anhänger sich schmücken, um die absolute Ungefährlichkeit ihres Traumproduktes zu belegen. Ein Fehler von Humble. Der einfache Test auf den Kochsalzgehalt könnte da schon belegen, daß falsch aktiviert wurde. Wenn fünf Tropfen Natriumchloritlösung mit fünf Tropfen Salzsäure (4-5%) nur leicht gelb werden, heißt das „viel Chlor“ und man reduziert die Salzsäure so, daß die Lösung braun bis dunkelgelb wird – ein sicheres Zeichen, daß Chlordioxid und wenig Chlor in der Lösung ist.
Noch ein weiterer Fehler der Humble-Anhängerschaft ist die abstruse Meinung, der bei höheren Dosen auftretende Durchfall bzw. die sich dann einstellende Übelkeit seien „gute Zeichen“ und zeigten an, daß der Körper sich reinige. Es heißt in diesem Zusammenhang immer, der Körper reinige sich von Schlacken. Also, von „Schlacken“ (ohnehin der falsche Begriff) reinigt sich der Körper permanent, über Leber, Niere, (Aus-)Atmung, Schwitzen der Haut, Fieber, Stuhlgang, Urin etc. Der Laie sieht hier immer vor seinem geistigen Auge geballte Giftansammlungen, das schlichtweg Böse, den Kotstein, Parasitenscharen, Viren, ach so böse Bakterien und was auch immer, das sich unrechtmäßig in seinem Körper vergnüglich tummelt. So ist es aber garnicht. Dieses Bild ist falsch. Darum ist auch der beschriebene Vorgang bei Übelkeit und Durchfall falsch. Übelkeit und Durchfall sind nicht Indikatoren einer geglaubten positiven und zuträglichen Reaktion des Körpers, sondern Notbehelfe des Körpers, um ohne die zu lange andauernden Maßnahmen wie Immunreaktion, Fieber, Schwitzen, Eitern, Entzünden uvm. einen Schadstoff so schnell wie möglich aus dem Körper zu bekommen. Ein schwerer Denkfehler von Humble und seiner treuen Anhängerschaft. Jeder Durchfall löst auch große Mengen von als gut bezeichneten Darmbakterien aus dem Darm. Der mit MMS eintretende, teilweise sehr lange, wassergleiche, Durchfall ist SCHÄDLICH – wenn er lange anhält sogar katastrophal! Hulda Clark sagt, es dauert ein Jahr, bis sich die Darmflora nach einer Schädigung (auch Antibiotikagaben gehören dazu) wieder aufgebaut und regeneriert hat. Als Effekt kann dann sogar auftreten: Es könnte sich der Enterotyp des Darmes ändern. Das heißt, nach solch einer Einflußnahme auf den Darm kann die Darmflora anders zusammengestellt sein und anders reagieren – wer das eine oder andere Nahrungsmittel immer gut vertragen hat, kann dieses nicht mehr gut verwerten, aber auch umgekehrt kann eine (neue) Verträglichkeit auftauchen. Durch die möglicherweise anders geartete Verwertung der Nahrungsmittel kann eine Gewichtszunahme auftreten, oder eine Abnahme, die jedoch garnicht wünschenswert sein muß. Enterotypen des Darmes siehe hier im Buch unter Darmbakterien-Populationen.
Durch die weiter oben erwähnte Salzsäure-Mangel/-Überschuß-Problematik wird es in praxi auch erforderlich werden, daß man das NaClO2 zuerst in das Glas gibt und dann SPARSAM Säure zugibt (genaue Menge: stöchiometrisch). Interessant ist hierbei, daß großtechnisch, also bei der Trinkwasser-Aufbereitung, ein hoher Überschuß an Salzsäure eingebracht wird, um Chlordioxid zu erzeugen, nämlich 300%. Das ist stöchiometrisch nicht zu begründen. Siehe „Grundfos“ in dem hierigen Artikel über MMS. Da beide Reaktionen auch nebeneinher laufen können, ist bei jeder Salzsäureaktivierung auch etwas Chlorgas entstanden. Die Folgen stehen oben im Text.
Ansäuerung mit Zitronensäure C6H8O7
3 NaClO2 + C6H8O7 = 3 HClO2 + C6H5Na3O7
Es entsteht C6H5Na3O7 = E 331 Schmelzsalz, alkalisch, neutralisiert Magensäure und zunächst überhaupt KEIN Chlordioxid.
Chlorige Säure HClO2 zerfällt bei dieser Anwendung erst in einer Sekundärreaktion:
4 HClO2 + NaClO2 = 4 ClO2 + 2 H2O + NaCl
Ein Teil chlorige Säure HClO2 zerfällt außerdem von selbst, da unstabil:
5 HClO2 -> 4 ClO2 + 2 H2O + HCl
Schmelzsalz C6H5Na3O7 ist dafür bekannt, daß es dummerweise dann auch noch Magensäure durch Neutralisation wegnimmt.
Das für die Sekundärreaktion nötige NaClO2 bezieht die Sekundärreaktion aus der ersten. Es ist also wichtig, daß nicht zu viel Zitronensäure aber genügend NaClO2 eingesetzt werden. Die gesamte Reaktion wird durch das Erfordernis der Sekundärreaktion träge sein. Zitronensäure ist also nicht gut geeignet, um Chlordioxid zu aktivieren. Aus der MMS-Literatur kann man entnehmen, daß Jim Humble das auch nach vielen Jahren der Anwendung selbst festgestellt hat und in seinen neueren Protokollen nicht mehr anrät. Das hätten auch wir ihm sagen können. Aber das mit dem erforderlichen genauen Mischungsverhältnis und der Reduktion der Magensäure weiß er aber bestimmt heute noch nicht.
Zitronensäure als Aktivator erfordert Magensäure bzw. reduziert diese und das HClO2 kommt als solches (ätzend!) in den Schlund und den Magen. Und zwar solange, bis die Gleichgewichtsreaktion abgeschlossen ist. Nicht aktivieren entfällt somit. Ebenfalls die Alkalisierung (etwa mit Natriumbicarbonat; Natronlauge etc.).
Ansäuerung mit Milchsäure C3H6O3
2 NaClO2 + 2 C3H6O3 = 2 ClO2 + 2 C3H5NaO3 + H2
Es entsteht C3H5NaO3 = Natrium-Laktat, ein Säureregulator (in Convenience-Produkten verwendet)
Mit Milchsäure entsteht H2, Wasserstoffgas(!), und wenn ich ausatme, explodiert der Zeppelin? Weil: O2 aus ClO2 + H2 ist Knallgas. Diese Reaktion giert nach Sauerstoff, damit der Wasserstoff zu Wasser werden kann. Jimbob kann ja mal einen Sauerstoffträger dazugeben. Willige Versuchskaninchen finden sich bestimmt innerhalb seiner Anhängerschaft.
Mit den obigen Feststellungen erschließen wir, Milchsäure eignet sich wenig als Aktivator, die Reaktion mit Zitronensäure ist zu träge, Salzsäure ist in der Dimensionierung kritisch. So ist die Wirkung von MMS direkt von der Säureart und -menge abhängig und es wird klar, warum MMS – bei jedem Anwender individuell – bei dem einen wirkt und bei dem anderen nicht.
Ansäuerung mit Weinsäure C4H6O6
2 NaClO2 + C4H6O6 = C4H4Na2O6 + 2 ClO2 + H2
Es entsteht Natriumtartrat, das natürlich in Obsten enthalten ist und als unbedenklicher Lebensmittelzusatzstoff E335 verwendet wird.
Sekundärreaktion: 2 ClO2 + 4 H2 = 4 H2O + Cl2
Ansäuerung mit Essigsäure C2H4O6
2 NaClO2 + 2 C2H4O6 = 2 C2H3NaO2 + 2ClO2 + H2
Es entsteht Natriumacetat, als Lebensmittelzusatzstoff E262a verwendet wird.
Sekundärreaktion: 2 ClO2 + 4 H2 = 4 H2O + Cl2
„Aktivierung“ mit Hydrogencarbonat oder Lauge
In laugenhafter Umgebung wird keinerlei Chlordioxid aktiviert. NaClO2 bleibt NaClO2. Keine Reaktion. Wäre ClO2 schon vorhanden und man gäbe eine Lauge (OH) dazu, dann entstünde Chlorat, was äußerst unerwünscht und sogar schädlich wäre:
2 ClO2 + 2 OH- = ClO2– + ClO3– + H2O ClO2 wird zu ClO2– reduziert und zu ClO3– oxidiert. Allein schon durch die Oxidation zu Chlorat ergibt sich, daß das entstehende Chlorat (ClO3) unerwünscht ist. Und es hat negative Wirkungen und ist ein Problem in Trinkwasseraufbereitungsanlagen.

Berichtete Wirkungen von MMS

Natürlich kennen wir viele Anwender von MMS. Den besten Erfolg mit MMS-Anwendungen haben diejenigen, die keine Krankheit haben und MMS nur präventiv anwenden. Interessant, sie haben keine Krankheiten und Störungen, berichten aber Erfolge bei der Anwendung von MMS. Man fragt sich, wo da der Erfolg sein soll.
Diejenigen aber, die echte Krankheiten haben, teilweise schon seit Jahrzehnten, sind allesamt enttäuscht. So kennen wir mindestens einen schweren Rheumatiker, der nicht die geringste Verbesserung meldet. Nichteinmal Schnupfen, Grippe und Husten lassen sich erfolgreich behandeln; das ist jedoch, was immer von MMS gesagt wird, es töte „böse“ Bakterien und Viren. Warum dann nicht die von Erkältungskrankheiten? Und bei Krebspatienten schaut es noch schlechter aus: Wir kennen nicht eine nachprüfbare Krebsheilung, nicht eine! Selbst Betreiber und Mitglieder in MMS-Foren haben Krebs und können diesen nicht mit MMS heilen. Wo soll denn da die allüberall gepriesene Heilung durch MMS sein?

Wasserstoffperoxid H2O2

Hier gelten erstmal dieselben Vorgänge wie bei MMS – nur, daß Sauerstoff O2 und abgespaltenes O milder(!) oxidieren als Chlordioxid. Das ist das genaue Gegenteil von dem, was Jim Humble und die GESAMTE MMS-Literatur behaupten. Und das ist, daß Chlordioxid genau deswegen so – in ihren Augen – gefahrlos angewendet werden kann, weil es schwächer oxidiert als der ach so böse und verrufene Sauerstoff. Das wird von diesen Dummschwätzern ohne jeglichen Sachverstand dann auch noch mit einer irgendwo abgemalten Redox-Reihe begründet und oft findet man noch den sehr intelligenten (weil falschen) Satz, daß Ozon der stärkste Oxidator sei und mit einem Potential von 2 Volt auch ein ganz und gar bös‘ Ding sei. Natürlich sei jedoch Chlordioxid mit seinen 0,95 Volt da der überzeugende Gewinner, dem man vertrauen könne. Und es gibt sie, die stärkeren Oxidierer als das Chlordioxid: Flour hat 3,0 V, Ferrate haben 2,2 V – dann erst kommt das Ozon. Das kann jeder Humble aus dem Netz abmalen.
Der Fehler liegt im Bezugspunkt bei der Bestimmung des Redox-Potentials und bei der versäumten Berücksichtigung des umgebenden pH-Wertes. Es ist nicht zu glauben, welchen Blödsinn Laien behaupten, wenn sie irgendwo den Begriff Redox-Potential aufschnappen. Alle machen denselben Fehler; sie glauben, der Wert des Redox-Potentials ist ein absoluter Wert, der überall uniform gilt. Wie weiter oben geschildert, hat der aber verschiedene Einflußgrößen, die geschilderten Parameter.
Die zweite Tatsache kann man dann schon verschmerzen: Nämlich, daß Sauerstoff (der böse) nicht selektiv wirkt. Natürlich tut er das nicht – aber das Chlordioxid auch nicht. Und das können die MMS-Freunde behaupten, wie sie wollen. Dieser vermeintliche Vorteil von Chlordioxid ist schon weiter oben widerlegt und ist somit kein Argument mehr für Chlordioxid. Resultat ist, wer Chlordioxid einsetzt, der kann auch (den milderen) Sauerstoff und Wasserstoffsuperoxid nehmen. Beide sind genauso wenig selektiv wie Chlordioxid, aber sie sind entgegen allen Behauptungen milder in ihrer Wirkung, weil beide ein GERINGERES Redox-Potential haben als Chlordioxid.

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